Die Immen­häu­ser Gu­ten­berg-Bi­bel

Immenhäuser Gutenbergbibel
Immen­häu­ser Gu­ten­berg­bi­bel
Foto: n.n.

Die Immen­häu­ser Gu­ten­berg-Bi­bel ist 1958 auf dem Dach­bo­den des Pfarr­hau­ses ge­fun­den und erst 1975 durch ei­ne mü­he­vol­le Klein­ar­beit iden­ti­fi­ziert wor­den. Das Exem­plar ent­hält das Al­te Tes­ta­ment, stellt al­so den 1. Band des zwei­bän­di­gen Wer­kes dar. Das Buch be­sitzt ei­nen ori­gi­na­len Le­der­ein­band des 15. Jahr­hun­derts, ist mit blau-ro­ten Ini­tia­len ge­schmückt und trägt auf zahl­rei­chen Blät­tern Mar­gi­nal­glos­sen mit Text­tei­len aus dem be­kann­ten de-Lyra-Kom­men­tar in ei­ner kur­si­ven Schrift des 15. Jahr­hun­derts.

Johannes Gutenberg (franz. Kupferstich, 1584)
Johan­nes Gu­ten­berg
(franz. Kup­fer­stich, 1584)
Foto: n.n.

Das Buch wur­de in ei­ner Main­zer Werk­statt ein­ge­bun­den und ver­mut­lich im dor­ti­gen Kar­me­li­ter­klos­ter min­des­tens 10 Jah­re als Ket­ten­buch be­nutzt.

Von Mainz ge­lang­te es über die klos­ter­ar­ti­ge Ein­rich­tung des Mer­gen- oder Ma­rien­ho­fes in Im­men­hau­sen nach der Re­for­ma­tion in den Be­sitz der evan­ge­li­schen Kir­chen­ge­mein­de. Ob der Weg von Mainz nach Im­men­hau­sen über ei­nen Mönch, der als Beicht­va­ter und Geist­li­cher in der ge­nann­ten Ein­rich­tung tä­tig war, oder aber als Ein­la­ge oder als Ge­schenk von ei­ner In­sas­sin in das Haus ge­kom­men ist, konn­te bis­her nicht ge­klärt wer­den. Dass sich das Buch seit min­des­tens 1530 im Be­sitz der Kir­chen­ge­mein­de be­fin­det, geht aus ei­ner an­na­lis­ti­schen Ein­tra­gung am En­de des Es­ra-Bu­ches her­vor, die auf die Tä­tig­keit des Lu­ther­schü­lers und Re­for­ma­tors von Nord­hes­sen, auf Bar­tho­lo­mäus Ri­se­berg, Be­zug nimmt.

Immenhäuser Gutenbergbibel - Ausschnitt
Immen­häu­ser Gu­ten­berg­bi­bel – Aus­schnitt
Foto: n.n.

Die Pfarr­haus­brän­de und die Stür­me des Drei­ßig­jäh­ri­gen so­wie des Sie­ben­jäh­ri­gen Krie­ges hat der Bi­bel­band zu­sam­men mit an­de­ren kost­ba­ren Bü­chern durch den be­son­de­ren Schutz der Kir­chen­vor­ste­her bzw. durch Ein­la­ge­run­gen in die Sa­kris­tei über­stan­den. Die letz­ten hun­dert Jah­re hat das kost­ba­re Werk zu­sam­men mit 23 an­de­ren Bän­den auf dem Dach­bo­den des Pfarr­hau­ses ge­le­gen.

Der alte Ein­band, die ori­gi­na­le Blatt­grö­ße, die Viel­zahl der Mar­gi­nal­glos­sen und der schlich­te und schö­ne Ini­tial­schmuck ma­chen das Im­men­häu­ser zu ei­nem der be­deu­tends­ten Exem­pla­re, die sich er­hal­ten ha­ben.

(aus: Fried­rich-Karl Baas, Die Im­men­häu­ser Gu­ten­berg-Bi­bel, Im­men­hau­sen 1978)

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