Die Evan­ge­lisch-re­for­mier­te Kir­chen­ge­mein­de in Im­men­hau­sen

Stadt Immenhausen

Merianstich Immenhausen
Merian­stich der Stadt Im­men­hau­sen
Foto: n.n.

Im­men­hau­sen, erst­mals er­wähnt am 7. Juli 1123, ist wahr­schein­lich um 800 an der Kreu­zung wich­ti­ger Stra­ßen (Kö­nigs­stra­ße, Kas­sel­weg, Alte Mün­de­ner Stra­ße) ent­stan­den.

Im 13. Jahr­hun­dert wird der Ort mehr­mals ur­kund­lich er­wähnt, zum Bei­spiel 1282 bei Schlich­tungs­ver­hand­lun­gen zwi­schen Hes­sen und Mainz un­ter Ver­mitt­lung König Ru­dolfs. Im­men­hau­sen war zu die­ser Zeit Be­sitz der Her­ren von Das­sel und wur­de 1297 vom Land­gra­fen Hein­rich I. von de­ren Er­ben er­wor­ben. Den frü­hes­ten Nach­weis über die Stadt­rech­te lie­fert eine Ur­kun­de vom 2. No­vem­ber 1298. Im­men­hau­sen war bald nach dem Er­werb durch Hes­sen Fes­tung ge­gen das im Nor­den an­gren­zen­de main­zi­sche Ge­biet (Hof­geis­mar). In­fol­ge der ra­schen Grenz­ver­schie­bung in Rich­tung Hof­geis­mar ver­lor die Stadt dann aber bald an Be­deu­tung und wur­de Etap­pe. Sie blieb des­halb in ih­rer al­ten bau­li­chen An­la­ge bis ins 20. Jahr­hun­dert na­he­zu un­ver­än­dert.

Nach dem Zwei­ten Welt­krieg stieg die Zahl der Ein­woh­ner steil an – vor al­lem durch die An­sied­lung der Flücht­lin­ge – von 2.473 (1943) auf 3.757 (1946). In­zwi­schen ist die Be­völ­ke­rung in der Kern­stadt auf 4.828 Ein­woh­ner (Stand 30.06.2008) ange­wach­sen. Der Wohn­raum ent­stand in neu­en Sied­lungs­ge­bie­ten, die nach und nach er­schlos­sen wur­den und die heu­te die mit­tel­al­ter­li­che Stadt­an­la­ge um­ge­ben.

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Pfar­rei

Die Pfar­rei ge­hör­te von der Früh­zeit an zum Erz­bis­tum Mainz, Ar­chi­dia­ko­nat Hof­geis­mar. Mit der kirch­li­chen Neu­ord­nung nach der Ein­füh­rung der Re­for­ma­tion kam die Pfar­rei zur Klas­se Gre­ben­stein (Su­per­in­ten­den­tur Kas­sel), die 1827 mit der Klas­se Hof­geis­mar ver­ei­nigt und 1924 mit der neu­en ers­ten selbst­stän­di­gen Kir­chen­ver­fas­sung nach dem En­de des lan­des­herr­li­chen Kir­chen­re­gi­men­tes zum Kir­chen­kreis Hof­geis­mar wur­de.

Die ers­te über­lie­fer­te kir­chen­amt­li­che Hand­lung in Im­men­hau­sen hängt mit ei­ner land­gräf­li­chen Be­gi­nen-Ein­rich­tung für un­ver­hei­ra­te­te ad­li­ge Da­men zu­sam­men. 1462 er­hal­ten die Schwes­tern vom »Mer­gen­hof« (Ma­rien­hof) in Im­men­hau­sen die Er­laub­nis, ei­nen ei­ge­nen Pfar­rer zu hal­ten, ei­ne ei­ge­ne Ka­pel­le zu bau­en und ei­nen ei­ge­nen Fried­hof an­zu­le­gen. Der Mer­gen­hof, als Be­gi­nen-Ein­rich­tung, ist kein Klos­ter mit Ge­lüb­de, scheint aber schon un­ter dem ers­ten Seel­sor­ger (Pater Ber­told Ols­hu­sen) zu ei­nem Klos­ter nach Au­gus­ti­ner Re­gel ge­wor­den zu sein. Es wur­de 1489 dem Klos­ter Merx­hau­sen un­ter­stellt. Das An­se­hen des Mer­gen­ho­fes war so groß, dass er über die Re­for­ma­tion hi­naus be­stand. 1537 zie­hen die letz­ten Schwes­tern nach Merx­hau­sen. Der Be­sitz wird sä­ku­la­ri­siert. 15 Jah­re vor ih­rem Aus­zug hat­ten mit Bar­tho­lo­mäus Ri­se­berg, der 1522/23 für ei­ne kur­ze Zeit in der Stadt im Sin­ne Lu­thers pre­dig­te, die ers­ten Aus­strah­lun­gen der Re­for­ma­tion Im­men­hau­sen er­reicht.

Ein wei­te­res be­deut­sa­mes Er­eig­nis war die Auf­nah­me der fran­zö­si­schen Glau­bens­flücht­lin­ge (re­fu­giés) 1686. Das ih­nen zu­ge­stan­de­ne Recht zur Mit­be­nut­zung der Kir­che be­stand auch nach der Um­sied­lung nach Ma­rien­dorf bis 1814 fort.

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Guten­berg­bi­bel

Immenhäuser Gutenbergbibel
Im­men­häu­ser Gu­ten­berg­bi­bel
Foto: S. Mar­tien­sen

In die jün­ge­re Zeit ge­hört ei­ne Ent­de­ckung, die weit über die Gren­zen der Stadt hi­naus Auf­se­hen er­reg­te. Bei Auf­räu­mungs­ar­bei­ten auf dem Bo­den des al­ten Pfarr­hau­ses im Jahr 1958 fiel ei­ne al­te Bi­bel in la­tei­ni­scher Spra­che auf. Die Ver­mu­tung, dass es sich da­bei um ei­ne Gu­ten­berg­bi­bel han­delt, wur­de von Rek­tor Fried­rich-Karl Baas wis­sen­schaft­lich be­legt und 1975 schließ­lich auch of­fi­ziell be­stä­tigt. Seit­dem wird der wert­vol­le Fund nach ei­ner vo­rü­ber­ge­hen­den Aus­stel­lung im Gu­ten­berg-Mu­se­um in Mainz als Leih­ga­be der Kir­chen­ge­mein­de in der Bib­lio­thek der Uni­ver­si­tät Kas­sel auf­be­wahrt.

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Bar­tho­lo­mä­us Ri­se­berg

Bar­tho­lo­mä­us Ri­se­berg war der ers­te re­for­ma­to­ri­sche Pre­di­ger in Im­men­hau­sen. Er wirk­te im ers­ten Halb­jahr 1523 in un­se­rem Ort. Da­mit ge­hört er mit zu den ers­ten Re­for­ma­to­ren des Hes­sen­lan­des. Die Kir­chen­ge­mein­de und die Stadt Im­men­hau­sen ha­ben zur Er­in­ne­rung an die­sen be­deu­ten­den Lu­ther­schü­ler im Spät­som­mer 2002 ein Denk­mal auf dem Kirch­platz er­rich­tet, das den Re­for­ma­tor der Stadt auf ei­nem So­ckel ste­hend zeigt, in den Hän­den eine auf­ge­schla­ge­ne Bi­bel, auf die er de­mon­stra­tiv zeigt.

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Kir­chen­ge­mein­de

Die Evan­ge­lisch-re­for­mier­te Kir­chen­ge­mein­de Im­men­hau­sen ist mit der Stadt ge­wach­sen und hat schließ­lich eine Grö­ße er­reicht, die eine zwei­te Pfarr­stel­le er­for­der­lich mach­te. Sie wur­de am 1. Januar 1982 ein­ge­rich­tet und mit der un­be­setz­ten und seit 1963 von Im­men­hau­sen mit­ver­sorg­ten evan­ge­lisch-re­for­mier­ten Kir­chen­ge­mein­de Ma­rien­dorf pfarr­amt­lich ver­bun­den. Mit der fi­nan­ziel­len Hil­fe der Lan­des­kir­che wur­de zur Ent­las­tung des Pfar­rers ei­ne Mit­ar­bei­ter-Stelle für Ju­gend- und Ge­mein­de­ar­beit ge­schaf­fen, die am 15. Au­gust 1979 be­setzt wer­den konn­te. In­zwi­schen hat sich die Lan­des­kir­che aus der Fi­nan­zie­rung zu­rück­ge­zo­gen. Seit Ok­to­ber 1986 steht die Ar­beits­kraft die­ser Stel­le aus­schließ­lich für die Kin­der- und Ju­gend­ar­beit in den bei­den Ge­mein­den zur Ver­fü­gung.

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Gesamt­ver­band der ev. Kir­chen­ge­mein­den Im­men­hau­sen und Ma­rien­dorf

Am 17.06.2005 wur­de der Ge­samt­ver­band der ev. Kir­chen­ge­mein­den Im­men­hau­sen und Ma­rien­dorf ge­grün­det. Als Ge­mein­de­glied ha­ben Sie von die­ser neu­en Or­ga­ni­sa­tions­form in den bei­den Kir­chen­ge­mein­den ver­mut­lich kaum et­was be­merkt. Aber im Ge­samt­ver­band wächst zu­sam­men, was schon lan­ge zu­sam­men ge­hört – wird kir­chen­ver­wal­tungs­mä­ßig dem Rech­nung ge­tra­gen, was bei uns schon lan­ge ge­üb­te Praxis ist. War z.B. die Ju­gend­ar­bei­te­rin vor­her nur in Im­men­hau­sen an­ge­stellt, ar­bei­te­te aber für bei­de Kir­chen­ge­mein­den, so ist sie wie auch al­le an­de­ren haupt- und ne­ben­amt­li­chen Mit­ar­bei­ter nun im Ge­samt­ver­band an­ge­stellt; die Rech­te und Pflich­ten an den Ar­beits­ver­hält­nis­sen lie­gen da­mit bei bei­den Kir­chen­ge­mein­den.
Auch fi­nan­ziell war die Bil­dung des Ge­samt­ver­ban­des in­ter­es­sant: Ma­rien­dorf er­hält seit­dem au­to­ma­tisch die hö­he­re Pro-Kopf-Zu­wei­sung der grö­ße­ren Kir­chen­ge­mein­den. Der Ge­samt­ver­bands­vor­stand und die -ver­tre­tung wer­den von Mit­glie­dern bei­der Kir­chen­vor­stän­de be­setzt.

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Waldgottesdienst

Waldgottesdienst 2008
Wald­got­tes­dienst 2008
Foto: C. Meh­ler-Runz­hei­mer

Seit 2001 fei­ert die Kir­chen­ge­mein­de Ma­rien­dorf jähr­lich ei­nen Wald­got­tes­dienst. Auf­grund der re­gen Teil­nah­me aus Im­men­hau­sen ha­ben die Kir­chen­vor­stän­de schon bald ent­schie­den, die­sen Got­tes­dienst als Kirch­spiels­got­tes­dienst bei­der Ge­meind­en an­zu­bie­ten. In Ab­stim­mung mit den re­gio­na­len Re­vier­förs­te­rei­en fan­den die ers­ten Wald­got­tes­diens­te an un­ter­schied­li­chen Plät­zen mit­ten im Wald statt. Auch Ge­mein­de­mit­glie­der an­de­rer be­nach­bar­ter Kir­chen­ge­mein­den nutz­ten ger­ne die Ge­le­gen­heit, bei ih­ren Wan­de­run­gen bzw. Rad­tou­ren un­ter­wegs mit uns Got­tes­dienst zu fei­ern.

Da die Ört­lich­kei­ten im Wald meis­tens nicht mit dem Auto er­reich­bar wa­ren, un­se­re äl­te­ren Ge­mein­de­mit­glie­der aber zum Teil nicht mehr gut ge­nug zu Fuß sind um vom nächst­ge­le­ge­nen Park­platz dort­hin zu wan­dern, ha­ben wir das Kon­zept im Jahr 2006 leicht ge­än­dert: Seit­dem fin­den die Got­tes­diens­te nicht mehr mit­ten im Wald statt, son­dern auf ei­nem Grund­stück di­rekt am west­li­chen Rand des Rein­hards­wal­des, das über Wirt­schafts­we­ge auch mit dem PKW gut zu er­rei­chen ist. An die­ser Stel­le ein herz­li­cher Dank an die Ma­rien­dor­fer Fa­mi­lie Blank, die uns ih­re Wie­se zu die­sem Zweck bis 2013 zur Ver­fü­gung stell­te. Seit­dem fin­det der Wald­got­tes­dienst am Über­gang des Orts­teils Ahl­berg in den Rein­hards­wald statt.

Nach wie vor kommt der über­wie­gen­de Teil der Got­tes­dienst­be­su­cher zu Fuß oder mit dem Fahr­rad zum Wald­got­tes­dienst, oft ver­bun­den mit ei­ner an­schlie­ßen­den Wan­de­rung bzw. Rad­tour im schö­nen Rein­hards­wald. In den Jah­ren 2006/07 wur­de der Got­tes­dienst vom Blä­ser­korps des Kreis­jagd­ver­eins mu­si­ka­lisch mit­ge­stal­tet. Nach­dem wir in die­sen bei­den Jah­ren be­reits je­weils ca. 100 Teil­neh­mer be­grü­ßen konn­ten, ist die Zahl im Jahr 2008 er­neut auf ca. 140 Be­su­cher ge­wach­sen, die mit uns im Frei­en Got­tes­dienst fei­ern wol­len. Im An­schluss bie­tet sich die Ge­le­gen­heit zu Ge­sprä­chen bzw. sich mit Grill­wurst und Ge­trän­ken oder Kaf­fee und Ku­chen für den Rück­weg zu stär­ken.

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St. Georgs­kir­che

Turm der St. Georgskirche
Turm der St. Ge­orgs­kir­che

Foto: S. Mar­tien­sen
(Wei­te­re An­sich­ten der Kir­che er­hal­ten Sie durch An­kli­cken des Bil­des)

Die spät­go­ti­sche drei­schif­fi­ge Hal­len­kir­che hat ei­ne be­weg­te Ge­schich­te hin­ter sich. Nach ei­nem klei­nen ro­ma­ni­schen Vor­läu­fer wur­de wahr­schein­lich mit der Stadt­er­he­bung ein go­ti­scher Neu­bau er­rich­tet. Die­ser wur­de im Jah­re 1385 durch Main­zer Trup­pen bis auf we­ni­ge, heu­te noch vor­han­de­ne Tei­le des Tur­mes zer­stört. Der Wie­der­auf­bau be­gann im Jah­re 1409. Die­ser Bau ist – von klei­ne­ren Ver­än­de­run­gen ab­ge­se­hen, die durch Brän­de im Drei­ßig­jäh­ri­gen Krieg und durch Blitz­schä­den er­for­der­lich wur­den – bis auf den heu­ti­gen Tag er­hal­ten.

Die Kir­che hat drei Por­tale; zwei füh­ren in die Sei­ten­schif­fe. Das Haupt­por­tal im Turm glie­dert mit sei­nem reich pro­fi­lier­ten Ge­wän­de und dem da­rü­ber be­find­li­chen Rund­fens­ter die gro­ße Mau­er­flä­che der West­front.

Südostansicht der St. Georgskirche
Süd­ost­an­sicht

Foto: A. Dick
(Ge­schicht­li­che Da­ten zur Kir­che er­hal­ten Sie durch An­kli­cken des Bil­des)

Eine Be­son­der­heit sind die gut er­hal­te­nen Wand­male­reien aus dem 15. Jahr­hun­dert. Sie wur­den 1964/65 frei­ge­legt und 1986–1990 in ver­schie­de­nen Bau­ab­schnit­ten gründ­lich res­tau­riert und kon­ser­viert.

Zur Aus­stat­tung der Kir­che ge­hö­ren un­ter an­de­rem

  • ein Tauf­stein aus dem Jahr 1497 mit den Apos­teln und dem ge­kreu­zig­ten Chris­tus
  • das Chor­ge­stühl aus dem An­fang des 17. Jahr­hun­derts
  • das Al­tar­kreuz mit Oster­leuch­ter und Le­se­pult (Wer­ke der Gre­ben­stei­ner Künst­le­rin Ka­rin Bohr­mann) aus dem Jahr 1992.

Alte In­schrif­ten auf dem ehe­ma­li­gen Em­po­ren­ge­bälk, sind heu­te im Turm­raum zu se­hen. Ei­ne stammt aus dem Jah­re 1559 und be­zieht sich auf die Re­for­ma­tion. Die an­de­ren stam­men ver­mut­lich aus der Zeit des Drei­ßig­jäh­ri­gen Krie­ges.

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Gemein­de­haus

Ein wich­ti­ges Zen­trum ne­ben der Kir­che ist das Ge­mein­de­haus. Es wur­de An­fang der 1960er Jah­re er­rich­tet und muss­te 1974/75 aus­ge­baut und mit sei­nem Raum­an­ge­bot der aus­ge­wei­te­ten Ge­mein­de­ar­beit an­ge­passt wer­den. Im Jahr 2006 wur­de auf dem Dach des Ge­mein­de­hau­ses eine So­lar­strom-An­la­ge mit ei­ner Leis­tung von rund 10 kWp in­stal­liert, die seit dem 3. Au­gust 2006 Strom lie­fert. Für ei­nen Zeit­raum von 20 Jah­ren ist die Ab­nah­me des pro­du­zier­ten Stroms zu ei­nem Preis von 51,8 Ct je kWh ga­ran­tiert.

Wir trinken Kaffee aus fairem Handel. Dafür bedankt sich die Aktion Brot für die Welt
Schild am Ge­mein­de­haus
Foto: S. Mar­tien­sen

Der Kir­chen­vor­stand Im­men­hau­sen hat am 22. Juni 2010 ein­stim­mig be­schlos­sen, dass die Kir­chen­ge­mein­de der Ak­tion »Ge­recht ge­nie­ßen – 2000 Ge­mein­den trin­ken fair« bei­tritt: Bei den Ver­an­stal­tun­gen, zu de­nen die Kir­chen­ge­mein­de ein­lädt, wird aus­schließ­lich Kaf­fee aus Be­zugs­quel­len des fai­ren Han­dels aus­ge­schenkt. Auch bei Ver­mie­tun­gen des Ge­mein­de­hau­ses für pri­va­te Fei­ern gilt, dass nur fair ge­han­del­ter Kaf­fee aus­ge­schenkt wer­den soll. Even­tu­ell ge­schenk­ter »nicht-trans­fai­rer« Kaf­fee wird an die Hof­geis­ma­rer Ta­fel wei­ter­ge­ge­ben. Auf die­se Re­ge­lun­gen weist ein Schild am Ein­gang des ev. Ge­mein­de­hau­ses al­le Be­su­cher hin.

Die Kir­chen­ge­mein­de möch­te da­mit in ih­rem All­tag ein Zei­chen für mehr Ge­rech­tig­keit set­zen. Kaf­fee ist ei­nes der wich­tigs­ten Pro­duk­te im Welt­agrar­han­del. Das Ein­kom­men von über 100 Mil­lio­nen Men­schen hängt vom welt­wei­ten Kaf­fee­kon­sum ab. Der An­teil am Ver­kaufs­er­lös, der den Klein­bau­ern in den An­bau­re­gio­nen zu­ge­bil­ligt wird, reicht je­doch kaum um eine Fa­mi­lie zu er­näh­ren. Der fai­re Han­del ga­ran­tiert den Kaf­fee­bau­ern ei­nen drei- bis vier­mal hö­he­ren Preis als der her­kömm­li­che Kaf­fee­han­del, der von ei­ni­gen we­ni­gen Nah­rungs­mit­tel­kon­zer­nen do­mi­niert wird. Zu­sätz­lich er­hal­ten Kaf­fee­bau­ern, die ihr Pro­dukt über den fai­ren Han­del ver­mark­ten, ei­nen Auf­schlag auf ih­ren Er­lös, um ge­mein­sam so­zia­le Ein­rich­tun­gen wie Schu­len und Ge­sund­heits­zen­tren in ih­ren Ort­schaf­ten zu schaf­fen.

Fairtrade-Siegel

Die Kir­chen­ge­mein­de wünscht sich, dass im­mer mehr Men­schen bei Ih­rem Ein­kauf auf das Fair­tra­de-Sie­gel ach­ten und so mit klei­nen Schrit­ten zu mehr Ge­rech­tig­keit bei­tra­gen. Bei Pro­duk­ten mit dem Fair­tra­de-Sie­gel ha­ben die Ver­brau­cher die Ge­wiss­heit, dass die Le­bens- und Ar­beits­be­din­gun­gen von Bau­ern und Be­schäf­tig­ten durch Fair­tra­de-Prei­se und -Prä­mie ver­bes­sert wer­den. Au­ßer­dem sind il­le­ga­le Kin­der­ar­beit und Zwangs­ar­beit ver­bo­ten. Nicht nur bei Kaf­fee, auch bei vie­len an­de­ren Pro­duk­ten lohnt es sich, auf das Fair­tra­de-Sie­gel zu ach­ten.

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Publi­ka­tio­nen

Seit 1966 er­schei­nen in re­gel­mä­ßi­gen Ab­stän­den die Ge­mein­de-Nach­rich­ten der evan­ge­lisch-re­for­mier­ten Kir­chen­ge­mein­den Im­men­hau­sen und Ma­rien­dorf. Sie wur­den 1993 in drei Sam­mel­bän­den (1966–1992) zu­sam­men­ge­fasst – Sam­mel­band IV (1993–2004) er­schien 2004 – und do­ku­men­tie­ren ein Stück der jün­ge­ren, aber auch der äl­te­ren Ge­schich­te von Kir­chen­ge­mein­de und Stadt. (Die Sam­mel­bän­de sind lei­der ver­grif­fen, kön­nen aber im Pfarr­amt ein­ge­se­hen wer­den.) Wei­ter­hin er­schie­nen:

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Ökumene

Mit den Flücht­lin­gen, die nach dem Krieg in Im­men­hau­sen ei­ne neue Hei­mat fan­den, wuchs auch der Be­völ­ke­rungs­an­teil der ka­tho­li­schen Chris­ten. An der Ho­hen­kir­cher Stra­ße, au­ßer­halb der al­ten Stadt­mau­er, steht heu­te die ka­tho­li­sche Kir­che St. Cle­mens-Ma­ria. Sie wur­de im Jah­re 1952 zu­sam­men mit ei­nem Pfarr­haus er­baut. Bis zu die­ser Zeit ha­ben die ka­tho­li­schen Ein­woh­ner ihre Got­tes­diens­te in der evan­ge­li­schen Stadt­kir­che ge­fei­ert. Als Dank stif­te­ten sie ein Glas­fens­ter für die Kir­che, das von Ri­chard Süß­muth ge­stal­tet und in der Glas­hüt­te Im­men­hau­sen an­ge­fer­tigt wurde. Ei­ne gute öku­me­ni­sche Zu­sam­men­ar­beit ver­bin­det die ka­tho­li­sche und die evan­ge­lisch-re­for­mier­te Kir­chen­ge­mein­de heute.

In der Zeit des ge­teil­ten Deutsch­land lie­gen die An­fän­ge ei­ner Part­ner­schaft mit der evan­ge­li­schen Kir­chen­ge­mein­de Cros­sen a. d. Els­ter, die auch heu­te noch wei­ter­be­steht und durch ge­gen­sei­ti­ge Be­su­che ge­pflegt wird.

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Das Hos­pi­tal

Hospital
Hos­pi­tal
Foto: S. Mar­tien­sen

Die mild­tä­ti­ge Stif­tung aus dem spä­ten Mit­tel­al­ter (Mit­te des 16. Jahr­hun­derts), die in dem 1982/83 res­tau­rier­ten Ge­bäu­de sie­ben klei­ne Al­ten­woh­nun­gen be­reit hält, wird von der Kir­chen­ge­mein­de ver­wal­tet. Vor­sit­zen­der des Stif­tungs­vor­stan­des ist nach al­tem Recht der Pfar­rer, 2. Vor­sit­zen­der der Bür­ger­meis­ter.

Zu die­ser Stif­te ge­hör­te bis zum Jah­re 1982 auch das Sie­chen­haus. Es wur­de an das Deut­sche Ro­te Kreuz, Orts­ver­ei­ni­gung Im­men­hau­sen, für den sym­bo­li­schen Preis von ei­ner Deut­schen Mark ver­kauft. Die Ver­ei­ni­gung hat das Ge­bäu­de aus dem 18. Jahr­hun­dert vor­bild­lich res­tau­riert. Sie nutzt es für ih­re Ver­eins­ar­beit.

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Akti­vi­tä­ten für ei­ne ge­rech­te­re Welt

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